Digitale Vergabe & eProcurement
Ausschreibungsdatenbank
Ausschreibungsdatenbank
Eine Ausschreibungsdatenbank ist eine zentrale digitale Plattform, in der öffentliche Auftraggeber in Österreich gemäß Bundesvergabegesetz (BVergG 2018) ihre Vergabeverfahren für Bau-, Liefer- und Dienstleistungsaufträge öffentlich bekannt machen. Sie dient Unternehmen als Rechercheinstrument zur Suche nach aktuellen Ausschreibungen, Vorinformationen und Verfahrensergebnissen und ermöglicht eine transparente Marktbeobachtung im Sinne des eProcurement.
Rechtliche Grundlage in Österreich
Die Veröffentlichungspflicht in einer solchen Datenbank ist gesetzlich im BVergG 2018 verankert, welches die Vergabe öffentlicher Aufträge auf Bund-, Landes- und Gemeindeebene regelt. Für Aufträge, die die EU-Schwellenwerte überschreiten (Oberschwellenbereich), gilt zusätzlich die Verpflichtung zur parallellen Veröffentlichung im europäischen Tenders Electronic Daily (TED). Seit der Vergaberechtsnovelle 2026 ist die elektronische Kommunikation von der Bekanntmachung bis zur Angebotslegung im Oberschwellenbereich zwingend erforderlich, wie im Vergaberecht verankert.
Praktische Bedeutung und Beispiele
Ausschreibungsdatenbanken sind essenziell für eine wettbewerbsorientierte Vergabe, da sie den Zugang zu öffentlichen Aufträgen für alle potenziellen Biiter demokratisieren. In Österreich werden neben der offiziellen nationalen Veröffentlichung oft auch spezialisierte kommerzielle Dienste genutzt, wie etwa:
- ANKÖ (Ausschreibungs- und Kontraktinformation), das über 3.000 neue öffentliche Aufträge täglich aktualisiert.
- ausschreibung.at, ein Online-Ausschreibungsservice, das Bauausschreibungen, Vorinformationen und Wettbewerbe täglich zur Recherche bereitstellt.
Abgrenzung zu verwandten Begriffen
Eine Ausschreibungsdatenbank ist von einem dynamischen Beschaffungssystem zu unterscheiden. Während die Datenbank primär der Bekanntmachung und Suche dient, ist ein dynamisches Beschaffungssystem laut Gesetz ein vollständig elektronischer Prozess für wiederkehrende, nicht-individualisierbare Aufträge. Die Datenbank fungiert hierbei als das „Schaufenster”, während das dynamische System der vollständige Abwicklungsprozess ist.