Digitale Vergabe & eProcurement
SIMAP
SIMAP
SIMAP (französisch: Système d’information sur les Marchés Publics) ist das europäische Informationssystem für die öffentliche Auftragsvergabe, das Bieter einen zentralen Überblick über Ausschreibungen in der gesamten EU bietet und öffentliche Auftraggeber zur Publikation von Aufträgen über dem Oberschwellenwert verpflichtet. Im Gegensatz zu SIMAP.ch, der nationalen Plattform für die Schweiz, dient das europäische SIMAP dazu, Vergaben im Oberschwellenbereich auf Unionsebene zu bekanntmachen, um die grenzüberschreitende Teilnahme durch Veröffentlichungen zu fördern.
Rechtliche Grundlage in Österreich
In Österreich ist die Nutzung von SIMAP (über das TED – The Official Journal of the European Union) für Aufträge im Oberschwellenbereich durch das Bundesvergabegesetz 2018 (BVergG 2018) zentral geregelt. Öffentliche Auftraggeber müssen gemäß den Meldeverpflichtungen des BVergG sowohl die nationale Bekanntgabe (z. B. auf data.gv.at oder ANKÖ Vergabeportal) als auch die obligatorische Bekanntmachung auf Unionsebene via SIMAP durchführen, sobald die Auftragssumme die EU-Schwellenwerte überschreitet, was eine gesetzliche Meldeverpflichtung darstellt. Dies dient der Transparenz und der Einhaltung des europäischen Wettbewerbsrechts.
Praktische Bedeutung und Abgrenzung
Praktisch ist SIMAP für österreichische Unternehmen, die an großen EU-Vergaben teilnehmen wollen, eine unverzichtbare Suchplattform, da hier alle relevanten Ausschreibungen der Mitgliedstaaten refinanziert und publiziert sind. Wichtig ist die Abgrenzung zu rein nationalen Plattformen:
- SIMAP.ch: Die gemeinsame Plattform des Bundes, der Kantone und Gemeinden in der Schweiz für alle öffentlichen Aufträge (auch Unterschwellenbereich), die auch als App und für das Beschaffungsrecht genutzt wird.
- USP (usp.gv.at): Das österreichische Unternehmerserviceportal, das primär nationale Ausschreibungen abdeckt und eine eigene Suchfunktion bietet, aber nicht mit dem europäischen SIMAP identisch ist.
- TED: Das offizielle Journal der EU, worin SIMAP-Bekanntmachungen erscheinen und das die Klassifikation mittels CPV (Gemeinsames Vokabular für öffentliche Aufträge) unterstützt.
Für österreichische Bieter bedeutet SIMAP somit den direkten Zugang zum europäischen Markt über dem Oberschwellenwert, während nationale Vergaben effizient auf den deutschen Portalen (wie data.gv.at) oder dem USP und nach den Regeln des Vergabegesetzes recherchiert werden. Die korrekte Identifikation der Plattform ist entscheidend, um Verfahren nicht zu verpassen.