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Digitale Vergabe & eProcurement

CPV-Code

Klassifikation Leistungsbeschreibung

Ein CPV-Code (Common Procurement Vocabulary, deutsch: „Gemeinsames Vokabular für öffentliche Aufträge“) ist ein einheitliches, von der Europäischen Union entwickeltes Klassifikationssystem zur präzisen Beschreibung des Gegenstands öffentlicher Beschaffungsaufträge. Jeder Code besteht aus einer achtstelligen numerischen Folge plus einer Prüfziffer und ist mit einer sprachunabhängigen Begriffsklärung versehen, um Aufträge in der gesamten EU klar und einheitlich zu identifizieren. Seine Verwendung ist für Ausschreibungen im Oberschwellenbereich (EU-weit) verpflichtend.

Rechtliche Grundlage in Österreich

In Österreich ist die Angabe mindestens eines CPV-Codes in der Vergabebekanntmachung für Aufträge, die die EU-Schwellenwerte überschreiten, gesetzlich vorgeschrieben. Dies wird im Bundesvergabegesetz (BVergG 2018) in deridenen Bestimmungen zur Vergabebolizei und zur Bekanntmachung reglementiert und durch die europäischen Richtlinien (insbesondere Richtlinie 2014/24/EU) konkretisiert. Die Nomenklatur schafft ein einheitliches Referenzsystem für alle öffentlichen Auftraggeber, die in Österreich Vergaben durchführen.

Praktische Bedeutung und Anwendung

Der Hauptnutzen des CPV-Code liegt in der Überwindung von Sprachbarrieren und der Erhöhung der Transparenz sowie Effizienz im Beschaffungsprozess. Durch die Nutzung dieser standardisierten Codes können Bieter mögliche Ausschreibungen leichter und gezielter suchen, was die Wahrscheinlichkeit einer höheren Anzahl von passenden Angeboten erhöht. öffentliche Auftraggeber müssen den Code wählen, der dem Beschaffungsvorhaben möglichst präzise entspricht, idealerweise „tief” im hierarchischen Kategoriebaum.

Beispiele und Abgrenzung

Ein typisches Beispiel aus dem Bauwesen ist der Code 45210000-2 mit der Beschreibung „Bau von Gebäuden”. Die Struktur ist hierarchisch: Die ersten zwei Ziffern bilden die Abteilung, die ersten drei die Gruppe, die ersten vier die Klasse und die ersten fünf die Kategorie; die letzten drei Ziffern präzisieren die Details der Kategorie, während die letzte Ziffer die Prüfziffer ist.

Der CPV-Code unterscheidet sich von verwandten Begriffen wie dem Nomenklatur für öffentliche Aufträge (NPO) oder nationalen Warennummern dadurch, dass er EU-weit gültig und ausschließlich für den öffentlichen Sektor konzipiert ist. Im Unterschwellenbereich (unterhalb der EU-Schwellenwerte) ist die application in Österreich nicht verpflichtend, kann aber zur Vereinfachung der Suche empfohlen werden.

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